Aktivpaten

Gute Menschen mit Zeit

Treffen sich mindestens einmal pro Woche: Kiano und sein Aktivpate Mario. Foto: Dmitrij Leltschuk
Treffen sich mindestens einmal pro Woche: Kiano und sein Aktivpate Mario. Foto: Dmitrij Leltschuk
Treffen sich mindestens einmal pro Woche: Kiano und sein Aktivpate Mario. Foto: Dmitrij Leltschuk
Hinz&Kunzt Randnotizen

Freitags informieren wir per Mail über die Nachrichten der Woche:

Das Projekt mitKids Aktivpatenschaften vermittelt ehrenamtliche Pat:innen an Kinder aus belasteten Familien. Seit einem Jahr führen Mario und der siebenjährige Kiano* solch eine Patenschaft. Wie die ihr Leben bereichert.

Kiano weiß nicht so recht, was er von all dem halten soll. Er rutscht auf dem Stuhl hin und her, verdreht die Augen und fährt mit der Hand durchs krause Haar. Er hat einen langen Tag hinter sich. Frühmorgens aufstehen, Schule bis um vier, zwischendurch eine Runde „Der Boden ist Lava“ mit seinem besten Freund Richard und jetzt dieses Interview. Ziemlich viel für einen Siebenjährigen. Gut, dass sein Pate Mario da ist. 54, mit weißblondem Haar und einem Grübchen auf der Wange, wenn er lächelt. Wenn er über Kiano spricht, erscheint das Grübchen. „Ich kann nicht mehr ohne den Bengel“, sagt er. Noch vor einem Jahr haben sich die beiden nicht gekannt. Ihre Patenschaft begann nicht mit einer Taufe, sie begann mit einer E-Mail. Absender: Mario. Empfänger: mitKids Aktivpatenschaften.

Die Aktivpatenschaften sind ein Projekt der Ehlerding Stiftung. Es vermittelt ehrenamtliche Paten und Patinnen an Kinder aus belasteten Familien. Das sind Familien mit nur einem Elternteil, mit vielen Kindern oder Sprachbarriere. Familien, denen es schwerfällt, jedem Kind genug Aufmerksamkeit zu schenken. Hier setzt die Patenschaft an. Regelmäßige Treffen mit den Pat:innen und eine Extraportion Zuwendung sollen das Selbstbewusstsein der Kinder stärken. Seit Projektstart im Jahr 2007 sind 579 Patenschaften zustande gekommen. In seiner Mail schrieb Mario, auch er würde gerne Pate sein. Heute sitzen er und Kiano gemeinsam in Marios Wohnzimmer, in dem seit einiger Zeit auch Kianos Fahrrad überwintert. Im Keller seiner Familie ist kein Platz mehr dafür. Mario hat Kakao aufgewärmt, schenkt den Gästen Früchtetee ein. Kiano ist etwas schüchtern, schlenkert mit den Beinen. Heute soll es um die beiden gehen und darum, wie sich ihr Leben durch die Patenschaft verändert hat.


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Kein Bargeld, kein Problem?

Die Gesellschaft wird bargeldloser – was bedeutet das für Arme und Obdachlose? Eine Spurensuche in Schweden. Außerdem: Wie Sie Hinz&Kunzt mit dem Handy bezahlen können, wo Sie in Hamburg Filmkunst aus Osteuropa sehen können und worunter die Psyche von Geflüchteten leidet.

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Autor:in
Maja Schirrle
Jahrgang 1999. Schreibt über Außenseiter und Unterschätzte.

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