Moin,

wann waren Sie zuletzt so richtig krank? Als es mich im vergangenen Dezember schlimm erwischt hatte, war ich froh, mir zu Hause eine Bettruhe und ordentlich Tee verordnen zu können. Für mich eine Selbstverständlichkeit – für Menschen ohne eigene Wohnung leider nicht. Krank auf der Straße oder in einer Großunterkunft zu sein, die man jeden Morgen verlassen muss? Das ist eine noch schlimmere Vorstellung, als es das Leben auf der Straße ohnehin schon ist.

Für unseren Schwerpunkt zum Thema Gesundheit hat meine Kollegin Simone Deckner den kranken Obdachlosen Sasho begleitet und Menschen getroffen, die versuchen ihm und anderen zu helfen. Selten geht es dabei nur um eine Erkältung. Viele der Betroffenen haben gleich mehrere Erkrankungen: Infektionen, Organleiden, Verletzungen. Zudem sind nicht wenige auf einen Rollstuhl angewiesen. Außerdem haben wir Lukas Waidhas kennengelernt. Er arbeitet auf der Veddel als „Community Health Nurse“: Als Pflegekraft macht er Hausbesuche und bietet Sprechstunden an. Und der Hamburger Autor Olivier David erklärt, warum Armut psychisch krank macht. Er weiß aus eigener Erfahrung, wie beides zusammenhängt.

Eine ganz besondere Kunstaktion haben wir mit den Werbeagenturen Philip und Keuntje, fischerAppelt und Mantikor Film sowie 30 Hinz&Künztler:innen auf den Weg gebracht. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz werden aus den Lebensgeschichten von aktuell und ehemals obdachlosen Menschen Kunstwerke. Schwer vorzustellen? Im Magazin bekommen Sie einen Eindruck vom Entstehungsprozess der „Homeless Gallery“, die den Auftakt zu unserem Jubi­läumsjahr bildet. Denn kaum zu glauben: Hinz&Kunzt wird 30! 

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen!

Ihr Lukas Gilbert

Redaktion


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Zum Auftakt des Hinz&Kunzt-Jubiläumsjahres geht die „Homeless Gallery“ an den Start – mit 30 Kunstwerken, an denen Hinz&Künztler:innen mitgewirkt haben. Der Clou: Die Kunst ist mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) entstanden.

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