An obdachlose Menschen erinnert nach ihrem Tod oft nichts. Gedenkschlösser an den Schlafplätzen der Verstorbenen sollen das künftig ändern.
Juri starb mutmaßlich an Herzversagen, mit nur 35 Jahren in einer Dezembernacht vergangenen Jahres auf der Reeperbahn. Gäste des nahen Cafée mit Herz und dessen Sozialarbeiterin Annette Kaiser stellten an seinem Schlafplatz Kerzen auf. Doch wie lange bleiben solche Zeugnisse der Trauer stehen?
„An obdachlose Menschen erinnert nach ihrem Tod meist nichts“, sagt Annette Kaiser – ein Erinnerungsort wie der Hinz&Kunzt-Gedenkbaum für verstorbene Verkäufer:innen auf dem Öjendorfer Friedhof ist die Ausnahme.
Um bleibende Erinnerung zu schaffen, hängt die 55-Jährige neuerdings, wenn sie von einem Todesfall auf der Straße hört, Gedenkschlösser an den Schlafplätzen der gestorbenen Obdachlosen auf. Darauf eingraviert sind Name und Sterbedatum. „Ich sehe das auch als Mahnung an uns alle“, sagt sie. Bislang hängen drei der Schlösser an verschiedenen Orten auf St. Pauli.