Versteigerung für Hinz&Kunzt :
Fisch sucht Käufer

Hinz&Kunzt versteigert eine Grafik von Oskar Kokoschka. Erika Holzhäuser, Mitglied in unserem Freundeskreis, hat sie uns geschenkt.

Lust auf Butt? Dann bieten Sie mit und ANGELN Sie sich den „Urvater der Fische“!. Foto: Dmitrij Leltschuk
Lust auf Butt? Dann bieten Sie mit und ANGELN Sie sich den „Urvater der Fische“!. Foto: Dmitrij Leltschuk

(aus Hinz&Kunzt 242/April 2013)
Hamburg macht sich gut da, gleich direkt neben dem Kamin.
„So habe ich meine Heimatstadt beim Nachmittagskaffee immer im Blick“, schwärmt Erika Holzhäuser. Sie zeigt auf ihr Lieblingsmotiv des Künstlers Oskar Kokoschka, betrachtet dann die vielen weiteren Grafiken ihrer Sammlung. „Nur für den Fisch“, sagt sie, „blieb letztlich einfach kein Platz mehr.“ 1961 war es, als Kokoschka bei einem Hamburg-Besuch nicht nur die Stadtsilhouette, sondern auch „den Fisch“ zeichnete, genauer gesagt den „Urvater der Fische“*: Eine kraftvolle Farblithografie auf Büttenpapier, von der Erika Holzhäuser ein Exemplar besaß. Nun hat sie uns als langjähriges Freundeskreis-Mitglied von Hinz&Kunzt das Werk zum Versteigern geschenkt.

„Die Wände im Haus sind voll“, erklärt sie und lacht. „Deshalb freue ich mich, wenn ich Hinz&Kunzt auf diesem Weg unterstützen kann.“ Ihre Liebe zu Kokoschka und zur Kunst allgemein entdeckte sie als Schülerin der Fritz-Schumacher-Schule in Langenhorn. Dort hatte der Pädagoge Johannes Böse 1925 die „Griffelkunst- Vereinigung“ gegründet, um Arbeiterfamilien aus der Umgebung für Kunst zu begeistern. „Die meisten von ihnen hatten ja weder Geld noch Muße, sich damit zu befassen“, erzählt Erika Holzhäuser. „Und wenn dann doch mal ein Bild im Wohnzimmer hing, war es höchstens ein röhrender Hirsch.“

Das änderte sich mit der Griffelkunst-Vereinigung, die bis heute existiert: Mitglieder können sich hier gegen einen festen Jahresbeitrag (zurzeit sind das 132 Euro) zwei Mal jährlich bei Ausstellungen eine Druckgrafik wechselnder Künstler aussuchen – extra angefertigt für den Verein. Auch Erika Holzhäuser wurde Mitglied und sammelte über die Jahre zahlreiche Werke. „Der materielle Wert hat mich dabei nie interessiert“, sagt sie. Stattdessen wählte sie immer nach einer „ganz banalen“ Regel aus: „Das Bild musste mir gefallen“, sagt sie, „und ich musste einen Bezug dazu haben.“ Gute Chancen hatten bei ihr deshalb immer Hamburgensien, insbesondere maritime Motive.

Der „Urvater der Fische“ passt somit eigentlich perfekt in ihre Sammlung. Trotzdem fällt ihr der Abschied nicht sonderlich schwer: „Was soll das Bild bei mir in einer Mappe liegen?“, fragt sie. „Kunst gehört an die Wand. Kunst will betrachtet werden.“

* Oskar Kokoschka: „Urvater der Fische“, Farblithografie (Oliv, Rosa-Violett und Rotbraun) von 1961 auf Büttenpapier, angefertigt für die Griffelkunst-Vereinigung, Bildgröße 41,8 x 60,1 cm, im Stein monogrammiert.

Und so geht die Versteigerung:

Das Anfangsgebot liegt bei 300 Euro. Interessenten können bis zum 30.4.2013 ein Gebot abgeben, und zwar telefonisch unter 32 10 83 11 oder per E-Mail unter redaktion@hinzundkunzt.de. Über den aktuellen Stand des Gebotes informiert unsere Homepage www.hinzundkunzt. de, er kann auch telefonisch abgefragt werden. Und los geht’s!

 

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